Piercing

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    Wie pflegt man ein Piercing

    Bei den meisten Piercings bildet sich in der ersten Heilungsphase ein gelber Schorf um die Mündung des Piercings herum. Es ist eine getrocknete Gewebeflüssigkeit, die der Körper während der Heilung aus der Wunde ausscheidet. Ziehen Sie es nicht ab, das würde das neu entstehende Gewebe beschädigen. Stattdessen waschen Sie es vorsichtig mit lauwarmem Wasser mit einem Wattestäbchen oder Gaze. Zum Waschen können Sie auch antibakterielle Seife verwenden, die Sie in der Apotheke erhalten. Lassen Sie den Seifenschaum etwa eine Minute (nicht länger) um den Einstich herum und spülen Sie ihn dann mit Wasser ab. Die Seife sollte nicht direkt in die Wunde gelangen.

    Anschließend waschen Sie das Piercing erneut mit einem Wattestäbchen mit lauwarmer Kochsalzlösung. Bereiten Sie die Lösung in einem sauberen Glas im Verhältnis einer Prise Salz (Kochsalz oder Meersalz) in einem großen Schnapsglas (5 cl) Wasser zu. Diese Lösung ist ein zuverlässiges und gleichzeitig nicht aggressives Desinfektionsmittel. Falls möglich, empfehlen wir das Piercing direkt in das Salzwasser einzutauchen (oder ein Glas Salzwasser direkt auf das Piercing zu stellen) und ca. 2 Minuten einwirken zu lassen. Lassen Sie das Piercing anschließend trocknen (oder trocknen Sie es vorsichtig, am besten mit sterilem Material.

    Es ist besser, das Schmuckstück in der Wunde nicht zu bewegen (oder grundsätzlich erst nachdem das Wasser den Schorf am Rand des Schmuckstücks vollständig aufgelöst hat), da dies zu Reizungen oder Einreißen der Haut am Einstich führen könnte. Reinigen Sie das Piercing aus diesem Grund in den ersten Wochen 2-3 Mal täglich (häufigeres Reinigen beschleunigt die Heilung nicht). Später reicht es, das Piercing nur einmal täglich zu reinigen, jedoch auch nach vollständiger Heilung ist es notwendig, das Piercing einmal pro Woche präventiv zu reinigen. Sie können den Heilungsprozess unterstützen, indem Sie Vitamin C, E, B-Komplex, Magnesium, Zink einnehmen und das Rauchen reduzieren, weil Rauchen den Heilungsprozess verlangsamt.

    Als Piercingpflege empfehlen wir keine Framycoin-Salbe oder andere Antibiotika. Diese werden nur bei Entzündungen benötigt, die durch präventive Pflege vermieden werden können. Wir empfehlen auch keinen Alkohol und Wasserstoffperoxid, die die Haut austrocknen und eine nicht verheilte Wunde reizen. Falls Sie gute Vorerfahrungen haben, können Sie Teebaumöl (Tea Tree Oil) verwenden. Allerdings, ziemlich viele Menschen reagieren allergisch darauf und deswegen sollte dieses Öl nie unverdünnt verwendet werden.

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    Zungenpiercing

    Nach dem Piercing schwillt die Zunge innerhalb von ca. 24 Stunden an, die maximale Schwellung bleibt meist noch 2 Tage, dann beginnt die Zunge langsam wieder in ihre ursprüngliche Form zurückzukehren. Die Schwellung verschwindet nach etwa 1 Woche fast vollständig. Dann ist es möglich, den Schmuck durch einen kürzeren zu ersetzen. Wir empfehlen jedoch, ihn frühestens nach 14 Tagen zu ersetzen, wenn das Piercing besser verheilt ist und daher die Zunge beim Wechseln nicht mehr reizt, was zu weiteren Schwellungen führen könnte.

    Beim Zungenpiercing wird es empfohlen, den Mund mehrmals täglich mit Mundwasser (z.B. Listerine, Corsodyl, Tantum Verde) zu spülen, bevorzugt werden solche Sorten, die nicht auf Alkohol basieren. Als Ersatz kann eine wässrige Kochsalzlösung (NaCl) verwendet werden, im Verhältnis von etwa 1 Teelöffel Salz auf 2 Teile Wasser. Am besten ist es, nach dem Piercing mindestens 8 Stunden lang nicht zu rauchen und zu versuchen, das Rauchen auch in den nächsten 2 Wochen zu minimieren (je mehr Sie rauchen, desto länger heilt das Piercing). In den ersten Tagen nach dem Piercing versuchen Sie auch, das Trinken aus einem gemeinsamen Gefäß zu vermeiden, da eine frische Wunde die Übertragung von Infektionen erleichtern kann.

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    Bauchnabelpiercing

    Der Bauchnabel ist vielleicht das am längsten heilende Piercing und braucht mehr als ein Jahr, um vollständig zu heilen. Auch wenn Sie denken, dass es nach 2 Monaten vollständig verheilt ist, IST ES NICHT SO und Sie müssen es das ganze Jahr als einen Ort betrachten, an dem die Infektion in den Körper eindringen kann. Halten Sie sich, wie bei jedem anderen Piercing, an den allgemeinen Regeln für die richtige Piercing-Pflege. Waschen Sie das Piercing zweimal täglich mit antibakterieller Seife und benutzen Sie die Kochsalzlösung. Alle Seifen sollten gründlich ausgespült werden, damit keine auf der Haut bleibt. Wenn Sie sich zu Hause (ohne Kleidung) bewegen, lassen Sie das Piercing ohne Pflaster. Falls Sie irgendwohin gehen, kleben Sie lieber ein Pflaster über das Piercing. Es verhindert das Eindringen von Schmutz in das frische Piercing und schützt gleichzeitig den Bereich vor mechanischer Beschädigung. Vermeiden In den ersten 3 Monaten oder bei Heilungsproblemen vermeiden Sie bitte ein längeres Einweichen des Piercings ins Wasser. Vor allem durch den Gehalt an Verunreinigungen und Bakterien, die auch im Badewasser enthalten sind und Entzündungen verursachen können. Es besteht auch die Gefahr einer möglichen Benetzung.

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    Lippenpiercing

    Lippenpiercing heilt relativ schnell ab, weist aber oft Schwellungen auf. Deswegen ist es oft nötig, ein längeres Schmuckstück (oder einen größeren Titanring) zum Auftragen zu verwenden Zum Schutz von Zähnen und Zahnfleisch wird empfohlen, Titanschmuck nach der Heilung durch bioplastischen Schmuck zu ersetzen. Halten Sie sich, wie bei jedem anderen Piercing, an den allgemeinen Regeln für die richtige Piercing-Pflege. Es wird empfohlen, das Piercing nach jedem Essen mit desinfizierender Mundspülung (z.B. Listerine, Corsodyl, Tantum Verde) oder Kochsalzlösung zu spülen. In den ersten Tagen vermeiden Sie den Verzehr von scharfen Speisen. Reinigen Sie das Piercing auf diese Weise für die nächsten 3-5 Wochen.

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    Nasenpiercing

    Obwohl das Nasenpiercing relativ lange heilt (ca. 2 Monate bis zum sogenannten „Ruhezustand“ und weitere ca. 6 Monate zur vollständigen Abheilung), gibt es damit fast nie Probleme. Um es zu reinigen, ist es ideal, Ihre Nase in Kochsalzlösung zu tauchen. Halten Sie sich, wie bei jedem anderen Piercing, an den allgemeinen Regeln für die richtige Piercing-Pflege. Beim Naseputzen, Reinigen des Piercings und beim Umziehen achten Sie bitte darauf, dass Sie das Piercing nicht berühren oder es aus der Nase ziehen. Ein nachträgliches Einstecken bei einer frischen Wunde ist aufgrund der besonderen Form des Schmuckstücks in der Nase relativ kompliziert und für einen nicht ausgerüsteten und unerfahrenen Benutzer fast unmöglich. Wenn der Schmuck gerade herausgezogen ist, versuchen Sie, ihn vorsichtig zurück zu schieben. Sollte dies nicht funktionieren oder falls der Schmuck komplett rausgezogen ist, kontaktieren Sie uns umgehend und vereinbaren Sie den nächstmöglichen Einsatztermin.

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    Augenbrauenpiercing

    Augenbrauenpiercings heilen gewöhnlich gut, aber ihre Schwächen sind Stöße und Körperkontakt im Allgemeinen. Das Piercing wird gegen den Lidbogen gelegt, d.h. die Haut, in die das Piercing gesteckt wird, erleidet die sämtlichen Stöße.

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    Brustwarzenpiercing

    Wie Bauchnabelpiercings heilen auch Brustwarzenpiercings sehr lange und in manchen Fällen lassen sich Komplikationen nicht vermeiden. Zudem hat das Brustwarzenpiercing eine relativ hohe Chance, dass sich der Schmuck bei verschiedenen Aktivitäten im Kleidungsstück verfängt und das anschließende Reißen des unverheilten Piercings ist wirklich gar nicht angenehm. Halten Sie sich, wie bei jedem anderen Piercing, an den allgemeinen Regeln für die richtige Piercing-Pflege.